Ab 9:00 Uhr – Anmeldung
10:00 Uhr – Begrüßung

10:30 UhrProf Dr Peter Rober (Leuven/Belgien)
The Family Therapist and the Complexity of Listening (ENG mit Übersetzung)

In this presentation the person of the therapist is discussed with a focus on the complexity of listening in therapy practice.  Based on research on the therapist’s inner conversation, as well as on the presenter’s clinical experience, a model is proposed that addresses some of the complexities of therapeutic listening.  The model will be illustrated with video-clips and case stories.  The presenter will argue that listening is done with the eyes and the heart, as well as with the ears.  Ideas will be given of ways to respond to what is heard, seen and sensed in the session. 

In der Präsentation wird die Person des Therapeuten mit einem Fokus auf die Komplexität des Zuhörens in der therapeutischen Praxis betrachtet. Auf der Basis von Forschungen zur inneren Konversation des Therapeuten wie auch auf Grundlage der klinischen Erfahrung des Vortragenden wird ein Modell vorgestellt, das einige der Komplexitäten des therapeutischen Zuhörens in den Blick nimmt.Das Modell wird durch video-clips und Fallbeispiele veranschaulicht. Zuhören geschieht mit den Augen, dem Herzen und den Ohren. Ideen entstehen durch die Art zu reagieren auf das, was in der Sitzung gehört, gesehen und gefühlt wurde. Der Vortrag ist englisch und wird zusammenfassend übersetzt.

11:30 UhrTom Levold (Köln)
Das Thema hinter dem Thema. Warum zuhören mehr ist als wissen, was gesagt worden ist (DEU)

Im Zentrum jedes beraterischen und therapeutischen Prozesses steht das Gespräch, das Ineinandergreifen von Sprechen und Hören im Dialog. Gesprächsführung, Fragetechniken usw. haben daher auch einen besonderen Stellenwert in der  Weiterbildung. Aber was hören wir, wenn wir hören? Gibt es einen Sinn, der über den Inhalt des gehörten Textes hinausreicht – und wie entdecken wir ihn? Was ist mit dem Klang der Worte, dem (noch) nicht Gesagten, dem Nicht-Sagbaren, den zugrundeliegenden Bildern? Wie nähern wir uns der Grenze zwischen Problem-Erleben und Problem-Erzählung?

Der Vortrag beschäftigt sich mit den verbalen und nonverbalen Hinweisen, die uns als achtsamen Zuhörern helfen, Themen hinter den präsentierten Themen und Anliegen zu erschließen, die für die Herstellung einer guten beraterischen und therapeutischen Beziehung und die Fokussierung auf gute Lösungen von Bedeutung sind.

12:15 Uhr – Lilia Antico (organ, percussion), Jürgen Kupke (clarinet), Thorsten Müller (bass clarinet)
21 seconds – vom Hören des Hörers

21 seconds ist ein musikalisches Projekt, das bewusst mit den Hörerwartungen des Rezipienten spielt. Der Wechsel vorgegebener Ton- und Pausenzeiten bewirkt, dass wir das  soeben Gehörte reflektieren, einordnen, bewerten. Somit öffnet sich ein Erfahrungsraum, der auf die eigenverantwortliche Wahrnehmung des Hörers setzt und den Fragen nachspürt: Was hören wir, wenn wir noch nichts oder nichts mehr hören? Und was erwarten wir aus der Stille heraus?

Lilia Antico (Orgel, Percussion)
Jürgen Kupke (Klarinette)
Thorsten Müller (Klarinette, Bassklarinette, Konzeption)
www.thorstenmüller.de

13:00 Uhr – Mittagspause mit Imbiss
14:00 – 16:00 Uhr – Workshops
1 - About what is said, what is not yet said and the hesitation to speak (ENG) | Prof. Dr. Peter Rober

Der workshop entwickelt einige Ideen des Vormittag-Vortrags weiter. Der Fokus liegt auf der Spannung in Familientherapiesitzungen, die zwischen Sprechen und still sein liegt.
Alles, was in der Sitzung tatsächlich gesagt wird, ist eine Auswahl dessen, was hätte gesagt werden können. Die Dialektik von Offenheit und Verschlossenheit, Mitteilen und nicht mitteilen, Freizügigkeit und Verschlossenheit hat viele Formen und Erscheinungen. Zum Beispiel ist diese dialektische Spannung sichtbar in der Weise, wie sich Familienmitglieder, wie in einem Tanz, die Positionen von Sprechen und Still sein in der Sitzung aufteilen.

Der workshop findet in englischer Sprache statt, es wird bei Bedarf übersetzt.

This workshop further develops some of the ideas of the morning lecture. The focus will be on the tensions in family therapy sessions between speaking and keepingsilent. What ever is said in the session is a selection of what could have been said.

This dialectic of openness and closeness, sharing and not sharing, revealing and concealing has many forms and guises. For instance, for the family therapist this dialectic tension is visible in the way family members handle the session together and in their dance-like distribution of positions of speaking and keeping silent.

Prof. Dr. Peter Rober

2 - Auf den Körper hören – Ausgeblendetes sichtbar machen (DEU) | Dr. Andrea Berreth

Die Methode der Systemischen Aufstellung liefert in Entscheidungssituationen ein hilfreiches Werkzeug, um Ausgeblendetes sichtbar zu machen, innere Bilder nach außen zu projizieren und Schritte in Richtung Entscheidung oder Lösung zu gehen. 

Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer bezeichnen Systemische Aufstellungen als eine „transverbale Sprache“. Es ist eine Sprache, die auf der Körperwahrnehmung der Stellvertreter einer Aufstellung basiert, einer Grammatik folgt und von allen Menschen gesprochen werden kann. 

Im Rahmen des Workshops erleben wir in Übungen und einem kleinen Aufstellungsformat das Phänomen der „repräsentierenden Wahrnehmung“ am eigenen Körper und nehmen Unterschiede wahr. Die Unterschiedsbeschreibungen der Stellvertreter dienen der Aufstellungsleiterin als Hinweise, in welcher Richtung Lösungen liegen können. So wird deutlich, dass es in einer Aufstellung unerlässlich ist, auf den Körper und dessen Wahrnehmungen zu hören, um Ausgeblendetes sichtbar zu machen. 

Dr. Andrea Berreth

3 - Man hört nur mit dem Herzen gut – Die Ebenen des Zuhörens nach C. O. Scharmer (DEU) | Regina Riedel, Josie Wieland

In dem Workshop werden wir uns mit den verschiedenen Ebenen des Zuhörens beschäftigen wie sie C. O. Scharmer im Rahmen der Theorie U unterscheidet.

Gerade im Kontext von Beratung und Therapie ist das Zuhören eine fundamentale Fähigkeit. Die Arten des Zuhörens unterscheiden sich hinsichtlich des Ursprungs der Aufmerksamkeit. Oftmals sind wir in unserer Aufmerksamkeit zu sehr in unserer eigenen Welt gefangen und neigen dazu, uns nur zu bestätigen, was wir selbst schon wissen. Eine Erweiterung unserer Aufmerksamkeit beim Zuhören ist das faktische Zuhören bei dem wir beginnen, auf die Unterschiede zu hören und die Differenz zum anderen wertzuschätzen. Wenn jedoch Veränderungen stattfinden sollen, müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die zwei wesentlichen Formen des Zuhörens erweitern: das empathische und das schöpferische  Zuhören!

Wir stellen im workshop die „vier Ebenen des Zuhörens“ vor und üben mit Methoden des Dialogs die Kunst zu hören und erfahren darin eine neue Qualität, die Begegnung und Veränderung möglich werden lässt.

Josie Wieland und Regina Riedel

4 - Klienten einer Familientherapie kommen zu Wort (DEU) | Dörte Foertsch

Selten gibt es Gelegenheit mit Klienten über ihre Erfahrungen während einer Therapie und dem Danach zu sprechen.
Was war wirksam, was war gut, aber auch was schwierig oder gar kontraproduktiv war. Ein workshop für KollegInnen, um von Klient_innen zu lernen.

Moderation: Dörte Foertsch

5 - „Hast du schon gehört?“ Tratsch, Klatsch und Gerüchte in Organisationen (DEU) | Martin Gruber

In der Arbeitswelt-bezogenen Beratung, Supervision oder Coaching begegnen uns immer wieder Themen und Inhalte, die den Klienten nur vom Hören-Sagen zu Ohren gekommen sind, die aber intensiv beschäftigen. Von Beunruhigung bis (Schaden)Freude sehen wir dabei im Allgemeinen eine breite Palette emotionaler Reaktionen. Einen konstruktiven Umgang damit zu finden stellt hohe Anforderungen an die Klient*innen und die Beratenden, um sinnvolle Handlungsoptionen entwickeln zu können.

Klatsch, Tratsch und Gerüchte bergen aber möglicherweise auch wertvolle Informationen und Ressourcen. Wie kann man die Gerüchteküche beraterisch nutzen?

Im Workshop wollen wir hierzu Erfahrungen austauschen und einige Ideen entwickeln, wie das „Unerhörte“ auch mit lösungsorientierten, konstruktiven Ohren gehört werden könnte.

Martin Gruber

16:30 Uhr – Die Kunst zu hören: Hören als Beruf(ung) – Gesprächsrunde mit hörenden Berufen,  u.a. mit Claudia Ingenhoven (kulturradio), Bernd Räde (Psychoanalytiker), Klaus Lübke (Lehrtherapeut BIF), Hörgeräteakustiker, Tontechniker

17:30 Uhr – Der Tag im Spiegel – Tagesabschluss mit dem Improtheater Die Gorillas

ab 19:30 Uhr – Fest mit Buffet, Live Musik und Tanz

Wir freuen uns auf ein rauschendes Fest mit Euch!

Ab ca. 19:30 Uhr – Sektempfang, danach: arabisches Buffet (Sekt, Buffet und alkoholfreie Getränke sind im Preis inklusive)
Ab ca. 20.30 Uhr – kleiner Einführungskurs ins Swingtanzen  – und im Anschluss: Tanzen mit Müller-Mückenheimer im Club
Ab ca. 23 Uhr – DJ

Peter Rober, PhD
is clinical psychologist, family therapist and family therapy trainer at Context -Center for marital and family therapy (UPC KU Leuven, Belgium). He is professor at the Institute for Family and Sexuality Studies (medical school of K.U. Leuven, Belgium) where he teaches family therapy. His research interest areas focus on family therapy with children, on a feedback orientation in family therapy and on the therapy process, including especially the use of self of the therapist and the therapist’s inner conversation. Since 1992, Peter Rober has presented international workshops on family therapy with children and adolescents. He published several articles in international family therapy journals. In 2017 he published the book “In therapy together: Family therapy as a dialogue” (London, Palgrave Macmillan).
www.intherapytogether.com

Peter Rober ist klinischer Psychologe, Familientherapeut und Dozent für Familientherapie am Context – Center for Marital and family thera py in Leuven, Belgien. 2017 veröffentlichte er das Buch “In therapy together: Family therapy as a dialogue”. www.intherapytogether.com

Tom Levold,
Jg. 1953, Lehrtherapeut, Lehrender Supervisor und Lehrender Coach (SG), seit 1980 als systemischer Therapeut, seit 1989 in eigener Praxis in Köln als Paartherapeut, Supervisor, Coach, Organisationsberater, Dozent und Publizist tätig. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Theorie und Praxis systemischer Therapie. Mitherausgeber der Zeitschrift Kontext, Begründer und Herausgeber von systemagazin – Online-Journal für systemische Entwicklungen.

Dr. Andrea Berreth
Promoviert zum Thema “Organisationsaufstellung und Management” (Uni Basel 2008). Zertifizierter Coach und Beraterin (AfW 2010). Dozentin des Zertifikatskurses “Systemische Aufstellungen” an der FH Potsdam (ZEW). Freiberuflich tätig als systemischer Coach, Dozentin und Leiterin von Strukturaufstellungen
www.AndreaBerreth.de

Regina Riedel
Diplom-Psychologin, Familientherapeutin/Systemische Therapeutin SG, Supervisorin DGSv, lehrende Supervisorin SG, Dozentin für Systemische Beratung SG, Organisationsberaterin MSc, Lehrtherapeutin am Berliner Institut für Familientherapie und Systemische Beratung, BIF, eigene Praxis in Potsdam
www.wieland-riedel.de

Josie Wieland
Diplom-Sozialpädagogin, Systemische Therapeutin/Familientherapeutin SG, Supervisorin DGSv, lehrende Supervisorin SG, Dozentin für systemische Beratung/Therapie SG, systemische Organisationsberatung/ -Entwicklung MSc, Vorstandsmitglied des BIF e.V., Lehrtherapeutin am Berliner Institut für Familientherapie und Systemische Beratung, BIF
www.wieland-riedel.de

Dörte Foertsch
Jg. 1957, Diplom-Psychologin, Psychol. Psychotherapeutin, Paar- und Familientherapeutin SG, Lehrtherapeutin am Berliner Institut für Familientherapie und Systemische Beratung, BIF Mitherausgeberin der Zeitschrift Kontext Arbeitsschwerpunkte sind Therapie und Supervision in Kontexten der stationären und ambulanten Psychiatrie und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, Familien- und Paartherapien mit live-Supervision, Reflecting Team und Zweikammersystem.

Martin Gruber
Diplom-Psychologe/Frankreich, Psychologischer Psychotherapeut, Familientherapeut/Systemischer Therapeut, lehrender Supervisor (SG), Coach und Dozent für Systemische Beratung (SG)